
NEWSLETTER HERBST 2009
SCHULE FÜR UNBEGANGENE WEGE
Liebe Freunde und Interessierte,
Der letzte Newsletter ist eigentlich noch gar nicht lange her, aber es gibt Veränderungen in unserem Programm 2010, die wir hier bekannt geben wollen, auch Neuankündigungen, Info zum Thema Koyoten-Medizin und Info in unserem "Netzwerk".
- Veränderungen
- Workshop Barbara Probst
- Koyoten-Medizin
- Vorschau Über die Termine des kommenden Jahres
- Netzwerk
Veränderungen
Workshop von Jan Bily
Der für den März angekündigte Workshop von Jan Bily ist, nachdem wir uns gerade in Prag getroffen hatten (was für eine Stadt!) durch eine gewaltige Metamorphose gegangen. Jan wird einen reinen Männerworkshop anbieten. Nachdem ich Texte von ihm dazu gelesen hatte, fand ich das ganze Konzept so gut, dass ich ihn sozusagen dazu überredet habe, was auch nicht richtig schwer war. Jetzt freuen wir uns beide darauf. (ich - obwohl ich ja nicht einmal dabei sein werde...) Dieser Workshop wird auch nicht im März stattfinden, sondern Im Mai, 28.-30. (Ende August, planen wir dann gemeinsam eine Gruppe: Mann, Frau- Chaos, Ordnung.)
Im Folgenden findet sich eine Leseprobe zu seiner Arbeit:
Die drei Übergänge im Leben eines Mannes
Jan BilySeit etwa acht Jahre veranstalte ich zweimal jährlich ein Männer-Seminar – systemische Aufstellungen und Übergangsrituale nur für Männer. Innerhalb von drei vollen Tagen gehen wir gemeinsam durch die drei bedeutungsvollen und auch zeitlich anschließenden Übergänge im Leben eines jeden Mannes. Ich will hier diese wichtigen Etappen kurz schildern.
Sowohl wir Männer, als auch Frauen werden „aus einer Frau“ geboren – am Anfang unseren physischen Lebens steht immer unsere Mutter. Als Babys sind wir körperlich auf sie angewiesen, wir nehmen sie als unseren Zufluchtsort wahr. Die Orientierung des Kleinkindes ist auch dann auf sie gerichtet, wenn sie nicht da, oder – wie in den meisten Fällen – nicht die „ideale Mutter“ ist. Als Babys und Kleinkinder gehen wir auf die Erkundung der Umgebung – dabei können die meisten von uns auch den Vater entdecken – doch wir können zur Mutter wie in einen sicheren Hafen zurückkehren.
Im Alter von ungefähr fünf bis acht Jahren passiert aber, dass wir, die zukünftigen Männer, die Seite wechseln müssen. Wir gehören zu den Männern, ob es uns gefällt oder nicht. Etwas Mächtiges zieht uns hin, etwas, was stärker ist, als unsere Angst vor dem Unbekannten. Das ist der erste Übergang – vom Kind zum Jungen. Wer diesen Übergang nicht vollführt (oder vollendet), der bleibt, wie viele Männer der heutigen Zeit, bei den Frauen stecken, in denen er dann die Ersatz-Mutter sucht, ohne sich der Vater-Seite, sei es aus Misstrauen oder aus Furcht, sei es mangels Gelegenheit, angeschlossen zu haben.
Der zweite Übergang findet zwischen dem zwölften und etwa dem achtzehnten Lebensjahr statt, und ist der vom Jungen zum Krieger. Der Sinn dieses Transits ist recht spirituell – es ist die Mannswerdung durch das Erlangen einer Vision, die Findung eines Lebenssinnes, des „Deepest Purpose“, wie das von David Deida benannt wird. (David Deida: amerikanischer Buchautor und spiritueller Lehrer, seine Bücher sind für Männer sehr empfehlenswert). Das gelingt am besten, wenn der werdende Mann mit dem Tod konfrontiert wird. Der Tod – die weltliche Beschränkung – ermöglicht dem Mann, sein Leben in den Dienst von etwas Größerem zu stellen, eine unabdingbare Voraussetzung für ein Sinn erfülltes Männer-Leben. Der Tod macht uns Männer „kleiner“ und dadurch (und nur dadurch) öffnet er uns dem, was „größer“ ist. In den naturverbundenen Kulturen werden in diesem Alter die Initiationsrituale abgehalten, die Vision-Quest durchgeführt, oder die (zukünftigen) Krieger werden mit dem Krieg konfrontiert. In unseren „gemäßigten“ Zonen bleibt den Jungen lediglich die Rebellion (Krieg) gegen die herrschende Ordnung, die Extrem-Sportarten, oder der Überlebenskampf in unseren Schulen und Betrieben.
Doch der Krieger strebt immer etwas an, er will etwas, manchmal auch alles, „kriegen“. Dadurch befindet er sich in permanenter Anspannung, er lebt sein Leben auf Leistung ausgerichtet (wie die meisten von uns) und leidet unter dem daraus resultierenden Stress. Im Übrigen ist die heutige Wirtschaftskrise die Folge von zuviel „Krieger-Energie“. Der dritte Übergang beschäftigt sich deshalb mit dem Weg vom Krieger zum König.
Der König bewegt sich nicht auf ein Ziel hin – er ist das Ziel. Sein Sein ist ein Ausgewogenes; so sieht man zum Beispiel den Tarot-König, zumindest auf den alten Karten, mit dem Szepter in der einen und dem Reichsapfel in der anderen Hand auf dem Thron. Seine Beine bilden dabei einen T-Kreuz – das Waagrechte und das Senkrechte sind in ihm vereint. Beides bedeutet, dass der König in sich sowohl das männliche als auch das weibliche Prinzip entdeckt hat und dass er beide frei und kreativ nutzt. Das deutet auch den Ausgang aus unserer heutigen Krise, die, wie wir immer schärfer beobachten können, die Krise des männlichen Prinzips ist.
Fortbildung: Koyoten-Medizin für Körper und Seele
Die Fortbildung hat aus organisatorischen Gründen völlig andere Daten, die neuen Termine finden sich weiter unten in der Vorschau.
Workshop mit Barbara Probst:
Dann haben wir kurzfristig für Dezember eine Gruppe mit Barbara Probst aus Florenz ins Programm genommen, "Aufstellungen zu den Archetypen der Seele", die eine geschlossene Veranstaltung ist, aber so viel Interesse auch bei Anderen geweckt hat, dass wir sie im Juli wieder anbieten wollen, dieses Mal als offene Gruppe für Alle mit dem Titel: "Der Weg der Seele"
Hier werden durch Übungen, Ritualarbeit und Aufstellungen Erfahrungen gemacht zum Wesen unserer Seele. Die 7 Archetypen der Seele werden als Grundlage dienen, unser Leben und Lieben, wie auch die Ausprägung unserer Ängste besser verstehen zu lernen, um unseren Weg hin zur Liebe leichter gelingen zu lassen.
Zum Vormerken schon mal: der Termin ist 9.-11. Juli.
Koyoten-Medizin
Was ist Koyoten-Medizin? werden wir in der letzten Zeit öfter gefragt. Hier findet sich also ein bisschen mehr Info zu diesem Thema.
Der Begriff Koyotenmedizin kommt ursprünglich aus dem Indianischen. Verschiedene Stämme haben eine starke Beziehung zum Koyoten, nutzen ihn als Kraft-Tier, verwenden seine "Lehren" als "Medizin". Das, was der Koyote für sie verkörpert, hat viel damit zu tun, sich in die Bereiche jenseits des Üblichen, Anerkannten, Wohlgelittenen zu wagen, und zwar nicht nur für das eigene ganz private Wohlergehen, sondern auch zum Wohle des ganzen Stammes.
Koyotenmedizin hilft dabei, Chaos nicht mit Schrecken wahrzunehmen, sondern mit Neugierde, in peinlichen Situationen nicht vor Scham in den Boden zu versinken, sondern aus vollem Herzen zu lachen und die Schwierigkeiten und Tragödien unseres Lebens nicht als Hindernisse wahrzunehmen, sondern als mächtige Herausforderungen und kraftvolle Ressourcen.
Wenn wir beispielsweise grade unseren Job verloren haben, dann könnte uns der Koyote dabei helfen, zu sehen, was das Gute daran sein könnte. Seine "Medizin" ist dazu bestimmt, die verborgenen Kraftquellen sprudeln zu lassen, Kreativität zu entwickeln und Einfallsreichtum, um neue, gänzlich unbekannte Wege für sich zu entdecken. Und, wer weiß, am Ende schreiben wir dann vielleicht ein Koyoten Kochbuch, oder machen eine Koyoten-Bar auf...
In unserem Kulturkreis gibt es einfach keine Koyoten. Der Fuchs hat ein bisschen was davon, aber ihm fehlt die Liebe zu den Menschen. Die Figur des Hofnarren oder Joker ist vielleicht am dichtesten daran, zumindest haben sie bestimmt Koyoten-Medizin im Blut.
Von Galina, einer Teilnehmerin meiner Workshops in Kanada, Montreal, die auf unserer letzten Tagung: "Drinking Wine with God" dabei war, schickte mir gerade vor ein paar Tagen zu diesem Thema das Folgende:
"Life's journey is not to arrive at the grave safely, in a well preserved body, but rather to skid in sideways, totally worn out, shouting "Holy shit, what a ride!" - Mavis Leyred ... she was 83 years old.
"Unsere Reise durchs Leben ist nicht dazu da, in einem gut erhaltenen Körper am Grab anzukommen, eher: schräg hinein zu schlittern, völlig hin und kaputt und "heilige Scheiße, was für eine Fahrt" brüllend. - Mevis Leyred ... sie war 83 Jahre alt.
Und das führt direkt zu unseren nächsten Gruppe, die zwischen den Jahren stattfindet:
KOYOTEN-MEDIZIN FÜR DAS GUTE LEBEN: 28.-31. Dezember 09
Aufstellungen zu Chaos, Liebe und überraschenden Lösungen
Info: www.victoria-schnabel.com
"Zur Arbeit" anklicken, dann auf "Szenisches Arbeiten".
Vorschau bis Sommer 2010
Workshops der Schule für Unbegangene Wege
2.-5. April, Ostern: Mist und Rosen
28.-30. Mai, Jan Bily: Männergruppe
11.-13. Juni: Koyoten- Medizin für Frauen
9.-11. Juli: Barbara Probst: Der Weg der Seele
Fortbildung:
Koyotenmedizin für Körper und Seele, 3 mal 3 Tage: 2.-4. Juli, 16.-17. Oktober und 2011: 14.-16. Januar
Aufstellungsworkshops
15.-17. Januar
22.-24. Mai, Pfingsten
30. Juli-1. August
Netzwerk:
Hier stehen Informationen von Kollegen und Kolleginnen, die ich gerne weiterleite :
Tagung des DGfS
Diese Tagung ist zum ersten Mal speziell für den deutsch- sprachigen Raum gemacht, mit einer Fülle an interessanten Angeboten:
http://www.dgfs-kongress2009.de/service.php
Brigitta Mahr:
FRIENDSHIP ACROSS BORDERS
Das unter Info anzuklickende Schreiben steht an dieser Stelle, weil ich den Verein: Friendship Across Borders mit seinem wichtigen Beitrag zum Thema Frieden immer wieder gerne unterstütze. ![]()



